Boulogne 2008: Plage

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Strand. Baden verboten.

Sieht man genauer hin, tummeln sich aber Leute im Wasser. Sieht man noch genauer hin, stellt man fest, heute ist ja auch einer der Tage, an denen Baden nur verboten ist und nicht streng verboten. Aaah ja.

Man findet ein Schild des Bürgermeisters, auf dem er schreibt, dass er täglich ans Wasser geht und eine Probe nimmt. Und je nachdem, wie die Wasserqualität ist, informiert er die Badegäste - korrigiere: Strandliegegäste. Denn Baden bleibt verboten wegen zu schlechter Wasserqualität. Auffallend ist nur, sobald das Wasser besser schlecht anstatt richtig schlecht ist, dann tauchen plötzlich Bademeister auf, die das Wasser überwachen, es wehen blaue Flaggen zwischen denen das verbotene Baden überwacht wird und am Wachposten flattert freudig ein grünes Tuch. Selbstverständlich werden auch jeden Tag die Algen weggerechelt und einmal im Monat die Laufmatte entlang der Wege entsandet. Die Strandgeschäfte verkaufen Taucherbrillen, Schwimmtiere und Luftmatratzen. So ist das mit dem Badeverbot.

Der Strand von Boulogne hat aber das gleiche Problem wie alle andren Strände der Pais-de-Calais: Kommt die Flut, isser weg. Dafür gibts an kritischen Stellen dann auch Wellenbrecher, die die Stadt vor der Erosion schützen sollen. Die Klippe daneben hats aber schon gekostet: Der Parkplatz oberhalb wurde daraufhin kurzerhand halb gesperrt, der Asphalt im alten Bereich aufgebrochen und bepflanzt, im Trugschluss, Brombeerhecken könnten mehrere Kubikkilometer Wasser bezwingen. Klar. Nur noch eine Frage der Zeit, bis die Klippe ganz verschwindet und man mit dem Boot zum Einkaufen fahren kann.

Dann kann man aber zum Beispiel immer noch hoch auf den Hügel oberhalb des Strandes laufen, von dem aus man einen wunderschönen Ausblick hat (Panorama). Wenn das Wetter mitspielen würde. Da oben gibts dann auch das alte Pulverhaus und eine Kapelle zur Erinnerung an verschollene Seefahrer. Eine andere Sache, die mir dort oben auffiel: Es stehen einige Häuser in perfektem Bauhausstil entlang der Straße auf dieser Anhöhe. Obwohl sehr neu aussehend, renoviert oder neu errichtet sei dahingestellt, erkennt man starke Parallelen zur Weißenhofsiedlung in Stuttgart und anderen ähnlichen Projekten. Spricht man aber Passanten an, wie alt diese Häuser sind, bekommt man keine brauchbare Antwort: Auch nur Touris. Wie dem auch sei, hübsch bleibts trotzdem.

Am Strand steht auch ein sehr großes Gebäude mit öffentlichen Klos. Da neben den Klos dann aber immer noch Platz war, wurde gleich noch ein Hallenbad und ein Seewasseraquarium, das Nausicäa, mit eingebaut. In letzterem tummeln sich unter anderem Seehunde, und als Werbegag kann man dann von außen an einem Schaufenster diese Tiere beobachten. Ist man dann erstmal drin, stellt man aber fest, wie furchtbar scheiße das aussießt, wenn sich auf 2qm Fensterfläche 137,5 Personen quetschen und beschließt schnell, das nur noch in Ausnahmefällen zu machen...

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