Boulogne 2008: Tour du Nord

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Jetzt war ich schon einige Tage in Boulogne und kannte nichts jenseits der Stadt selbst und der Autobahn dahin. Also nahm ich mir vor, entlang der Küste in Richtung Norden zu laufen. Das heißt - eigentlich wollte ich nur mit meinem Buch runter an den Strand, um bei leicht bewölktem Himmel die ersten der 1200 Seiten zu lesen. Dann fand ich dort keinen richtigen Platz, der einerseits trocken war (es war erst seit einigen Stunden Ebbe) und auf der anderen nicht die Gefahr barg, von Strandsurfern über den Haufen gefahren zu werden.

Also suchte ich weiter in Richtung der Klippen und war schließlich ohnehin am Laufen, sodass ich mich entschied, Buch Buch sein zu lassen und einfach in eine Richtung weiterzulaufen. Furchtbar intelligent, wie ich bin, habe ich dann auch schnell gefolgert, dass es reicht, wenn ich bis 2 Uhr in eine Richtung laufe, da zu mittag esse, und schließlich zurücklaufe, um immer noch vor Sonnenuntergang wieder am Hotel zu sein.

Dämlich wie ich bin, hätte ich das Wasser einrechnen sollen. So wurde der Rückweg deutlich länger als der Hinweg. Es ging Dünen hinauf und herab und weit ins landesinnere, um eine Brücke über die vollgelaufenen Flussmündungen zu finden, durch die ich hinwegs gewatet bin. In den Dünen bin ich mir im Nachhinein nicht mehr 100%ig sicher, wo genau ich langgekrabbelt bin, kann nur noch sagen, weiß nur noch, dass hier und da Franzosen in den Dünen liegen und sich sonnen und sehr verwundert waren, als ein Touri durch den Sand stapft... Jedenfalls habe ich zumindest den Rest der Tour einigermaßen nachvollziehbar in eine GoogleEarth-Datei gepackt.

Ich habe es aber in der Tat geschafft, wieder zurückzukommen. Ich hatte lediglich einen fürchterlichen Sonnenbrand (Wovon?? Sonne jedenfalls nicht, die war nur selten wirklich da...) und Zebrafüße. Letztere stammten von der Tatsache, dass ich von Zeit zu Zeit Sandalen tragen musste, um mir nicht an Muscheln, die auf Felsen festsaßen, die Füße aufzuschneiden, und, na ja...

Insgesamt war die Tour aber die schönste, die ich in diesem Urlaub gemacht habe und ich kann sie nur jedem ans Herz legen, diese Wanderung bei Gelegenheit zu wiederholen.


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